Facheinheit Dekon - Bestandteil des Gefahrstoffzuges MYK

Gefahrstoffeinsatz Bendorf B42
Schwarzbereich Gefahrstoffeinsatz Bendorf
Die Dekontaminationseinheit ist eine Teileinheit des Gefahrstoffzuges des Landkreises Mayen-Koblenz. Mit der Übernahme des neuen "Mehrzweckfahrzeuges 1- Dekon" im Jahre 2006 wechselte der Standort der Teileinheit Dekontamination vom LZ Miesenheim in die Kernstadt.

Die Dekon-Einheit besteht zur Zeit aus 12 Mitgliedern unter der Führung von Oberlöschmeister Kai Steinmetz.

Der Einsatz des Gefahrstoffzuges ist immer dann gefordert, wenn es zu Unfällen mit Gefahrgütern kommt oder diese unkontrolliert freigesetzt werden.

Was bedeutet Dekontamination und wie wird diese durchgeführt?

Immer dann wenn es zur Freisetzung chemischer, biologischer oder radioaktiver Stoffe gekommen ist, ist ein besonderer Schutz der Einsatzkräfte nötig. Hierfür hält der Gefahrstoffzug flüssigkeits- und gasdichte Chemikalienschutzanzüge (CSA) vor. Jedoch kann es durch Stäube, Dämpfe und bei Arbeiten an Leckagen zu einer Kontamination (Verunreinigung) der Schutzkleidung kommen.

Um zu gewährleisten, dass beim Auskleiden und nach dem Einsatz keine Gefahr mehr von der Schutzkleidung ausgeht, muss diese grobgereinigt (dekontaminiert) werden. Dazu wird an der Einsatzstelle, außerhalb des Gefahrenbereiches, ein Dekontaminationsplatz eingerichtet. Jede Einsatzkraft, bei der davon auszugehen ist dass diese im Einsatz mit dem Schadstoff in Kontakt gekommen ist, muss die Einsatzstelle über den Dekontaminationsplatz verlassen. Dieser besteht aus einem Schwarzbereich zur Vorreinigung, einem Duschzelt, einem Graubereich zum Auskleiden und einem weißen "sauberen" Bereich in dem die Einsatzkraft Wechselkleidung erhält. Im "unsauberen" Schwarzbereich unterstützen zwei Feuerwehrleute - welche schützende Einwegkleidung tragen - die kontaminierte Einsatzkraft bei der Grobreinigung. Nach dem Durchschreiten des Duschzeltes wird der CSA-Träger von zwei weiteren Helfern in Empfang genommen die ihn beim Ablegen seiner Ausrüstung unterstützen, diese fachgerecht verpacken und zur Reinigung an die entsprechende Dienststelle übergeben.

Im Normalfall ist eine Grobreinigung mit Wasser und ggf. Seife ausreichend. Für besonders hartnäckige Kontaminationen stehen den Fachkräften jedoch auch spezielle Reinigungsmittel zur Verfügung. Das belastete Abwasser aus dem Duschzelt wird in Fässer verpumpt und einer Spezialfirma zur Entsorgung übergeben. Bei einer Kontamination mit biologischen Stoffen wie Bakterien, Erregern oder Viren müssen die komplette Kleidung der Einsatzkraft, sowie alle mitgeführten Ausrüstungsgegenstände wie, z.B. Messgeräte, vor der Dekontamination desinfiziert werden. Dazu wird ein Flächendesinfektionsmittel aufgetragen und einwirken gelassen.